Wirtschaftsempfang 2026 in Hannover: „Future Solutions“ bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen
26. Februar 2026 | von Roksana Leonetti550 Gäste diskutieren beim Wirtschaftsempfang 2026 in Hannover über Innovation, Technologietransfer und Future Solutions für Niedersachsen.
Benedikt Hüppe, Volker Epping und Falko Mohrs (v. l.) im Austausch beim Wirtschaftsempfang, Foto: Marcus Prell, UVN
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Unter dem Motto „Future Solutions“ haben die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) und die Leibniz Universität Hannover (LUH) am Dienstag, 24. Februar 2026, zum 16. gemeinsamen Wirtschaftsempfang in den Lichthof des Welfenschlosses eingeladen. Rund 550 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten über neue Formen der Zusammenarbeit und den Transfer von Forschung in die Praxis.

Auftakt mit klarer Botschaft
Bereits in der Begrüßung setzte UVN-Hauptgeschäftsführer Benedikt Hüppe einen klaren Akzent. Kommerzialisierung sei kein Widerspruch zur Wissenschaft, sondern ein „natürlicher Teil einer modernen, innovativen Wissenschaftskultur“. Universitäten seien Orte, an denen Wissen entstehe und an denen zugleich der Mut wachsen müsse, Ideen in die Anwendung zu bringen. „Innovation entsteht dort, wo Ideen realisiert werden, nicht in der Schublade“, sagte Hüppe.

Auch Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, betonte die Bedeutung eines funktionierenden Innovationsökosystems. Forschung müsse schneller in wirtschaftliche Lösungen übersetzt werden, um den Standort Niedersachsen langfristig zu stärken.

Acht Impulse aus Forschung und Praxis
Im Zentrum des Abends standen acht Kurzpräsentationen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Sie gaben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und deren konkrete Anwendung.
Prof. Dr. Markus Dürmuth vom Institut für IT-Sicherheit sprach über „IT-Sicherheit von und für Menschen“. Sicherheit dürfe nicht allein technisch gedacht werden, sondern müsse nutzerorientiert gestaltet sein. Prof. Dr. Piet O. Schmidt vom Quantum Valley Lower Saxony ergänzte die Perspektive um die Quantentechnologie. Quantenangriffe seien kein fernes Szenario mehr. Wer Cybersicherheit ernst nehme, müsse heute die Grundlagen für quantensichere Infrastrukturen schaffen.
Im Themenfeld Gesundheit analysierte Prof. Dr. Annika Herr vom Institut für Gesundheitsökonomie die Spannungsfelder zwischen Prävention und neuen Therapieformen. Gesundheitspolitik brauche ökonomische Klarheit und langfristige Strategien. Prof. Dr. med. Thomas Moesta von DIAKOVERE gGmbH stellte die „Medizinstrategie 2035“ vor. Ein Modell, das medizinische Qualität mit wirtschaftlicher Stabilität verbindet.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Kreislaufwirtschaft. Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres machte deutlich, dass Kunststoffrecycling zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor werde. Jakob Schneck von EEW Energy from Waste präsentierte mit „ReNabi“ einen Ansatz, der Abfall konsequent als Ressource versteht und Wertschöpfungsketten schließt.
Einen Perspektivwechsel brachte Prof. Dr. Antje Backhaus vom Institut für Landschaftsarchitektur. „Die Stadt der Zukunft ist ein Schwamm“, sagte sie. Gemeint ist ein urbanes System, das Wasser speichert, Hitze reduziert und klimaresilient gestaltet ist. Alexander Skubowius von der Region Hannover knüpfte daran an und beschrieb die „techfactory“ als Ort, an dem Innovation strukturiert wachsen kann.

Innovationen schneller nutzbar machen
Zum Abschluss betonte Universitätspräsident Volker Epping die Rolle der Wissenschaft bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Entscheidend sei der „Impact“, also die sichtbare Wirkung von Forschung. Wissenschaft müsse Probleme lösen, einordnen und Optionen eröffnen. Voraussetzung dafür seien belastbare Synergien zwischen Universität und Unternehmen.
Der anschließende Austausch im Lichthof zeigte, dass der Wirtschaftsempfang weit mehr ist als eine reine Netzwerkveranstaltung. Gespräche über konkrete Projekte, Partnerschaften und nächste Schritte prägten den Abend und unterstrichen den Anspruch, Forschung und wirtschaftliche Anwendung enger zu verzahnen.


