Die Markthalle als Mikrokosmus der Weltküchen
23. Februar 2026 | von Maja HenschelZwischen Mittagstisch, Stammgästen und internationalen Aromen
Foto: Markthalle Hannover
Ein paar Schritte genügen und die Aromen wechseln den Kontinent. In der Markthalle Hannover wird die Mittagspause zur kleinen Weltreise.
Die Markthalle Hannover ist weniger Ort zum Abhaken als zum Entdecken. Rund 50 Stände liegen dicht beieinander, hier wechselt man die Geschmacksrichtung so schnell wie die Blickrichtung. Eben noch duftet es nach Espresso, im nächsten Moment nach Kräutern, Gewürzen oder frisch gebackenem Teig. Überall wird angerichtet, gebraten und serviert, während der nächste Duft schon weiterzieht.
Dass hier viele Eindrücke auf engem Raum zusammenkommen, nehmen auch die Besucherinnen wahr. Janine Breves, die regelmäßig mit Freundinnen kommt, schätzt genau diese Mischung. „In der Markthalle treffen so viele Welten aufeinander“, sagt sie. Man könne sich hier unkompliziert treffen, etwas essen oder trinken und einfach bleiben.
Kontinente auf wenigen Metern
Wer Hunger mitbringt, kann sich einmal um die Welt essen. Mediterrane Klassiker wie Pasta, Pinsa und Tapas stehen neben Sushi, Wokgerichten oder würzigen Brühen. Dazu kommen Spezialitäten aus dem Nahen Osten mit Hummus, Falafel und kräftigen Gewürzen. Viele Stände bieten vegetarische Varianten, Salate und kleinere Portionen, die sich gut kombinieren lassen.
Gerade dieses Nebeneinander prägt den Besuch. Ein Teller hier, ein kleiner Gang dort, dazwischen ein Espresso oder ein Glas Wein. Die Markthalle funktioniert wie ein kulinarischer Spaziergang unter einem Dach, mit spontanen Stopps und kurzen Pausen

Ein Ort mit Alltag
Für manche ist die Markthalle mehr als ein Ausflugsziel. Am Stand „El Torito“ arbeitet die Familie Selimi generationenübergreifend zusammen. Viele Gäste kämen fast täglich vorbei, erzählen sie und genau daraus entstehe eine vertraute Atmosphäre. „Man fühlt sich hier wohl, es ist ein bisschen wie zu Hause.“ Freunde, Geschäftskunden und Bekannte träfen sich regelmäßig, ein Großteil der Gäste seien Stammkunden.
Genießen ohne Plan
Man muss hier nichts planen oder festlegen. Man bleibt stehen, kostet, wechselt die Richtung, weil schon wieder etwas Neues lockt. Die Markthalle kann belebt sein, wirkt aber nie beliebig. Jede Küche hat ihren eigenen Ton, das Publikum mischt sich selbstverständlich.
Am Ende bleiben Eindrücke: der Duft von Gewürzen, frisch Gebackenem, Vertrautem und Unbekanntem. Wer sich darauf einlässt, taucht für einen Moment in andere Küchen und Alltagswelten ein – allein über Geschmack und Geruch, mitten in Hannover.



