Frida Kahlo tanzt durchs Opernhaus
02. Juli 2026 | von Frauke HansenTanz, Live-Musik und starke Bilder: „Viva la Vida“ bringt das bewegte Leben Frida Kahlos eindrucksvoll auf die Bühne.
Foto: Marius Müller/Limelight Entertainment
Inhaltsverzeichnis
Als die ersten Klänge der Live-Band durch das Opernhaus Hannover schweben, liegt eine besondere Spannung im Saal. Auf der Bühne entfalten sich kräftige Farben, ausdrucksstarke Bilder und ein Tanz, der von Schmerz, Leidenschaft und unbändigem Lebenswillen erzählt. Mit VIVA LA VIDA – A TRIBUTE TO FRIDA KAHLO bringt der international renommierte Choreograf Enrique Gasa Valga die faszinierende Welt der mexikanischen Künstlerin nach Hannover – und schafft einen Abend, der weit mehr ist als ein klassisches Tanzstück: eine emotionale Annäherung an eine Frau, deren Leben und Werk bis heute Menschen auf der ganzen Welt bewegen.
Frida Kahlo im Mittelpunkt der Inszenierung
Frida Kahlo gilt als Ikone des Feminismus, der Popkultur und der modernen Kunst. Ihre mehr als 150 Werke sind zutiefst autobiografisch und erzählen von körperlichen und seelischen Verletzungen, von Liebe, Identität, politischer Haltung und der lebenslangen Verbindung zu dem Maler Diego Rivera. Sie machte ihre Kunst zu einem Spiegel ihrer persönlichen Realität – und genau diese außergewöhnliche Verbindung von Leben und Werk steht im Mittelpunkt der Inszenierung.
Enrique Gasa Valga, dessen Produktion bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, nähert sich Frida Kahlo nicht über eine klassische Biografie, sondern über starke Bilder und Emotionen. „Sie war eine Frau von ungeheurer Stärke und Widerstandsfähigkeit, die im Laufe ihres Lebens zahlreiche Herausforderungen und Widrigkeiten zu bewältigen hatte. Ihre Geschichte ist zutiefst menschlich“, sagt der Choreograf.
14 Szenen – das Leben der Künstlerin
Gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern der Enrique Gasa Valga Dance Company erzählt er in 14 Szenen von den verschiedenen Facetten der Künstlerin. Besonders eindrucksvoll gelingt dies durch das Motiv der „Zwei Fridas“. Mit Lara Brandi und Alice Amorotti verkörpern zwei Tänzerinnen jene Gegensätze, die Frida Kahlo prägten: die selbstbewusste öffentliche Figur und die verletzliche Frau hinter der berühmten Fassade.
„Das Konzept der ‚Zwei Fridas‘ verdeutlicht die Dualität, die Kahlos Existenz ausmachte: das öffentliche Bild, das sie der Welt zeigte, und die privaten Herausforderungen, die sie zu meistern hatte“, erklärt Gasa Valga. So entsteht ein vielschichtiges Storytelling, das Fridas innere Konflikte ebenso sichtbar macht wie ihre außergewöhnliche Stärke.
Das Besondere: Live-Musik
Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Musik. Anders als bei vielen Tanzproduktionen wird bei VIVA LA VIDA live musiziert. Eine fünfköpfige Band interpretiert neu arrangierte Boleros wie La Llorona, Paloma Negra und Volver Volver, dazu Tangos und traditionelle südamerikanische Volkslieder. Ergänzt wird das Repertoire durch eigens komponierte Stücke des musikalischen Leiters Roberto Tubaro. Über allem schwebt die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Greta Marcolongo, die den Abend mit großer Intensität prägt.

So verschmelzen Tanz, Musik und visuelle Inszenierung zu einem atmosphärisch dichten Gesamtkunstwerk. VIVA LA VIDA – A TRIBUTE TO FRIDA KAHLO erzählt nicht nur die Geschichte einer außergewöhnlichen Künstlerin. Die Produktion macht ihre Sehnsüchte, ihre Verletzlichkeit und ihre Kraft spürbar – und erinnert daran, weshalb Frida Kahlo mehr als sieben Jahrzehnte nach ihrem Tod nichts von ihrer Faszination verloren hat.
VIVA LA VIDA – A TRIBUTE TO FRIDA KAHLO ist noch bis zum 5.7. in der Staatsoper Hannover zu sehen und zieht dann weiter in die Semperoper in Dresden.



