Die Welt gesehen, Hannover gewählt

12. März 2026 | von Catrin Kuhlmann

Als Kinder lebten Sookie und Andreas Schober auf der ganzen Welt. Heute erzählt ihr Haus davon, Wurzeln zu schlagen.

Homestory: stilvoll eingerichtetes Wohnzimmer mit Klavier und Noten, Szene aus dem Artikel Schober Homestory Foto: Frank Wilde
Hochzeitsfoto aus der Schober Homestory, Braut im weißen Kleid mit Perlenkette
Foto: Privat

 

Sie ist Koreanerin, er Österreicher, und beide sind Kosmopoliten: Sookie und Andreas Schober sind als Diplomatenkinder aufgewachsen und haben ihre gesamte Kindheit und Jugend in Hauptstädten auf mehreren Kontinenten verbracht. Sie lernten sich bereits als Teenager kennen: „Meine Eltern haben mich in der Schweiz mal gezwungen, zu einem Abendessen mitzugehen. Ich wollte nicht, weil ich andere Diplomatenkinder verwöhnt und langweilig fand“, lacht Sookie Schober. Bei dem Dinner (auf dem Landsitz des Komponisten Paul Hindemith) traf sie Andreas Schober - und beide fanden den Abend „angenehmer als erwartet“. Zunächst verloren sie sich wieder aus den Augen, bis sie einige Jahre später plötzlich verschwägert waren: Sein Bruder hat ihre Schwester geheiratet.  

Das Paar wohnte zunächst in Baden-Württemberg und Paris und zog 1988 nach Hannover, wo Andreas Schober beim Beteiligungsunternehmen Hannover Finanz startete. Er erzählt: „Es sollte eine Zwischenstation werden. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass wir hier länger als drei, vier Jahre bleiben." Damals war das erste von drei Kindern bereits geboren. Die junge Familie stellte fest, wie viel entspannter es sich in Hannover wohnen lässt als in den Metropolen der Welt – und blieb.

Einzelstücke aus Asien und Europa

Und so beginnt dieser Hausbesuch bei den Schobers weder in Wien noch in Seoul oder Paris, sondern in einem großen Einfamilienhaus von 1927 in Kleefeld, das sie seit dem Jahr 2000 bewohnen. Auf dem Couchtisch steht eine silberne Kanne mit Earl Grey Tee, der in rustikalen französischen Landhausstil-Tassen von Gien serviert wird. Der Blick geht in den Garten, in dem als Solitär eine Skulptur des hannoverschen Bildhauers Hartmut Stielow zu sehen ist.

Die Möbelstücke im großzügigen Wohnbereich sind eine individuelle Kombination aus Antiquitäten mit asiatischen und europäischen Formen. Es sind zum Teil Erbstücke von beiden Familien sowie wertvolle Einzelstücke aus Korea, Japan und China - eine interessante und wahrscheinlich einmalige Mischung in Hannover. Besonders stolz ist Sookie Schober auf zwei Schranktruhen, die sie ihre Eltern ihr als Teil der traditionellen koreanischen Aussteuer schenkten: "Diese feine Ziselierung der Oberflächen und die Perlmutt-Intarsien, so etwas gibt es heute gar nicht mehr; das Kunsthandwerk ist ausgestorben.“

Gemütliches Wohnzimmer mit eleganter Einrichtung und dekorativen Möbeln in einer Homestory von Schober
Foto: Frank Wilde

Möbel mit Geschichte

Von welchen Gedanken haben sich die Schobers bei der Einrichtung leiten lassen? Klare Antwort von Sookie Schober: „Von gar keinen! Ich habe bei einem Familienbesuch in Seoul mal ganz spontan bei einem Antiquitätenhändler eingekauft. Ich habe alles mitgenommen, was mir gefiel, einen ganzen Container voll. Ich wusste zunächst gar nicht, wo das alles mal stehen soll, aber dann hat es doch gut zusammengepasst.“

Andreas Schober bedeutet der große ovale Esstisch besonders viel, der ursprünglich im Haus seines Großvaters in Wien stand. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe fast völlig zerstört, und der Tisch war unter den Trümmern begraben - aber er hat gehalten. Bis heute sind davon ein paar Kratzer auf der Tischplatte geblieben, mit denen ein Stück gelebte Zeit- und Familiengeschichte sichtbar wird.

Artikel Schober Homestory: Person mit Kamera in Nahaufnahme
Foto: Frank Wilde

Musik als wichtiger Teil des Lebens  

Im Zentrum des Wohnbereichs steht der Flügel der Familie. Sookie Schober spielt manchmal noch auf ihm, sagt aber bescheiden, dass ihre Fertigkeiten etwas eingerostet seien. Auch das Cello von Andreas Schober wartet im Keller auf Restaurierung. Musik ist dem Ehepaar wichtig: Sookie Schober ist seit knapp 20 Jahren Präsidentin der Chopin Gesellschaft Hannover und organisiert jährlich rund acht hochkarätige Klavierkonzerte in Hannover und in der Region. Andreas ist im Stiftungsrat der Hindemith Stiftung aktiv (er ist entfernt mit dem Komponisten verwandt) sowie als Vorstandsvorsitzender bei der Stiftung Staatsoper, die außergewöhnliche künstlerische Vorhaben der Oper Hannover fördert. Andreas Schober: „Wir engagieren uns ehrenamtlich für Musik und Kultur, weil wir der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen. Dabei unterstützen wir uns gegenseitig.“

Gab es denn mit dem internationalen Background nie die Idee, doch noch einmal in Richtung einer Metropole weiterzuziehen? Die Antwort beider Eheleute ist klar: "Wir fühlen uns sehr wohl in Hannover, natürlich bleiben wir hier." Wie gut für diese Stadt!

Frau stellt Porzellanteller in eine Vitrine bei Schober Homestory
Foto: Frank Wilde