45.000 Euro für Menschen in Not: 13. Benefizgala der Niedergerke Stiftung im GOP Hannover
10. September 2026 | von Roksana LeonettiEin Abend für Menschen in Not: Die 13. Benefizgala der Niedergerke Stiftung verbindet im GOP Engagement, Musik und besondere Begegnungen.
Belit Onay mit Ricarda und Udo Niedergerke, Foto: Roksana Leonetti
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Ein volles GOP, ein neuer Spendenrekord und ein Abend, der zwischen Blues, Akrobatik und leiseren Momenten immer wieder daran erinnerte, worum es eigentlich ging: Bei der 13. Benefizgala der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung kamen rund 45.000 Euro für wohnungs- und obdachlose Menschen in Hannover zusammen.
„Wir lassen niemanden im Regen stehen.“ Seit vielen Jahren ist dieser Satz das Motto der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung. Bei ihrer 13. Benefizgala bekam er einmal mehr ein Gesicht: Rund 300 Gäste kamen ins ausverkaufte GOP Varieté-Theater Hannover und sorgten mit Eintrittsgeldern und Spenden für ein Rekordergebnis. Rund 45.000 Euro kamen zusammen.
„So viel waren es noch nie“, freute sich Udo Niedergerke. Geld, das dort helfen soll, wo Unterstützung ganz konkret gebraucht wird. Seit der Gründung 2008 setzt sich die Stiftung für Menschen in Not ein, insbesondere für die medizinische Versorgung wohnungs- und obdachloser Menschen. Mehr als eine Million Euro konnte sie dafür inzwischen sammeln.

Schon vor Beginn brachte Peter Karst auf den Punkt, warum dieser Abend für viele längst ein fester Termin im Hannover-Kalender ist: „Ich freue mich darauf, dass viele Menschen, die jetzt hier zusammenkommen, an die gute Sache glauben und die gute Sache unterstützen.“ Charlotte Jarosch von Schweder ergänzte: „Ich freue mich ganz besonders auf das bunte Programm und darauf, ein gemeinsames Zeichen zu setzen für Menschen, die kein Obdach haben.“
Hilfe beginnt mit Hinsehen
Dass hinter dem festlichen Abend ein ernstes Anliegen steht, machten Ricarda und Udo Niedergerke gleich zur Begrüßung deutlich. Ihr Motto stehe für „Zusammenhalt, Geborgenheit und Hoffnung“, sagte Ricarda Niedergerke. Ihr Mann erinnerte daran, dass wohnungs- und obdachlose Menschen häufig körperlich oder seelisch krank seien und Hilfe statt Ausgrenzung benötigten. Es brauche mehr Sozialarbeit, Hygienemöglichkeiten und Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen könnten.
Wie wichtig dabei auch Begegnung ist, zeigte er am Beispiel des Raschplatzes. Rund 30 Menschen aus der dortigen Szene hatten an einem Graffiti-Projekt mitgewirkt. „Sie hatten auf einmal einen strukturierten Tag. Sie haben etwas geschaffen. Sie waren stolz auf ihr Werk.“

Stephan Weil erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge der Stiftung im Jahr 2008. Dass daraus 18 Jahre später eine Institution mit einer Spendensumme von mehr als einer Million Euro geworden ist, führte er vor allem auf das „unglaubliche Engagement“ von Ricarda und Udo Niedergerke zurück.
Besonders still wurde es, als HAZ-Chefredakteurin Dany Schrader von Paul erzählte, einem obdachlosen Mann, der jahrelang unter einer Brücke zwischen Linden und Limmer lebte. Menschen aus den Stadtteilen brachten ihm Tee, Apfelsaft oder Schuhe und lernten den Mann hinter dem vermeintlich vertrauten Bild am Straßenrand kennen. Schrader erinnerte daran, worauf es dabei ankomme: obdachlosen Menschen „auf Augenhöhe“ zu begegnen. Ihr Appell: „Wir sind es, die verhindern können“, dass Respekt und Menschlichkeit in der Gesellschaft verloren gehen.
Von Blues bis Wortakrobatik
Für die leichteren Töne sorgte ein Programm, das Matthias Brodowy als künstlerischer Leiter zusammengestellt hatte. Stefanie Seeländer führte mit viel Tempo und Charme durch den Abend. Charlies Blue Notes brachten gemeinsam mit Gitarrist Wolfgang Stute den Blues ins GOP, Spax spielte mit Sprache und Haltung und Marie Diot sorgte gemeinsam mit Fabian Großberg mit musikalischer Comedy für herrlich schräge Momente.

Maxim Korotin und Nikolay Makiyev zeigten kraftvolle Hand-in-Hand-Akrobatik, bevor Imre Grimm seine ganz eigene Sicht auf die kleinen und großen Absurditäten des Alltags beisteuerte. Ein Abend also, der lachen ließ, staunen machte und sein eigentliches Anliegen nie aus dem Blick verlor.
Denn Hilfe wird weiterhin gebraucht. Aktuell sucht die Stiftung unter anderem eine Wohnung, in der schwer kranke obdachlose Menschen gepflegt und betreut werden können. Vielleicht war das deshalb der wichtigste Gedanke dieses Abends: Nicht jeder kann jedes Problem lösen. Aber jeder kann hinschauen.
Und im kommenden Jahr geht es weiter: Am 27. September 2027 soll die 14. Benefizgala wieder im GOP stattfinden.

Konzerttipp: „Puccini begeistert“
Wer die Niedergerke Stiftung weiter unterstützen möchte, kann sich schon den 26. November 2026 vormerken. Dann wird die Basilika St. Clemens zur Bühne für Giacomo Puccini. Unter dem Titel „Puccini begeistert“ führt Franz Rainer Enste durch die Welt des italienischen Komponisten – von La Bohème und Tosca bis zur berühmten Arie Nessun dorma aus Turandot.
Für die Musik sorgen Sopranistin Julia Bachmann, Tenor Luis Olivares Sandoval, Pianistin Suwon Kim und Organist Christopher Högermeier. Das Benefizkonzert beginnt um 19 Uhr in der Basilika St. Clemens in Hannover. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung wird gebeten.
Wer die Arbeit der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung unterstützen möchte, findet weitere Informationen zu den Projekten und Möglichkeiten zu spenden auf der Website der Niedergerke Stiftung.


