Im Einsatz für die Niederlande
18. August 2026 | von Vanessa ErstmannVolker Müller feierte beim jährlichen Koningsdag seine 20-jährige Amtszeit als Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande.
Foto: Marcus Prell
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Wenn Dr. Volker Müller anlässlich des Nationalfeiertags des Königreichs der Niederlande ins imposante Schloss in den Herrenhäuser Gärten lädt, versammeln sich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich der ehemalige Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen ehrenamtlich für die partnerschaftliche Beziehung zum Nachbarland. Im Rahmen des Koningsdags wurde sein Engagement von Hester Somsen, der niederländischen Botschafterin in Deutschland, gewürdigt.
Die Aufgaben eines Honorarkonsuls
Rund 30 konsularische Vertreterinnen und Vertreter haben ihren Sitz in Hannover bzw. Niedersachsen. In ihrer Funktion als Lobbyisten mit einem quasi-diplomatischen Mandat nehmen Honorarkonsuln an vielen repräsentativen Anlässen teil, doch ihr Aufgabenbereich ist weit weniger glamourös als manche denken. Der Begriff „Honorar“ kommt vom lateinischen Wort „honor“, was übersetzt Ehre bedeutet und auf die ehrenamtliche Tätigkeit verweist. Zu den Aufgaben der Honorarkonsuln zählt die beratende Betreuung der Angehörigen fremder Staaten ebenso wie die Pflege von Kontakten zur Wirtschaftsförderung und Festigung internationaler Beziehungen. Außerdem sind die konsularischen Vertreter Teil des „Corps Consulaire“, der Vereinigung der Konsuln in Niedersachsen, dessen Doyen (Sprecher) Volker Müller ist.

Die Ernennung
Selten suchen die Länder ihre lokalen Vertreter per Anzeige, wie zuletzt im Fall der britischen Botschaft geschehen. Häufig reichen stattdessen amtierende Honorarkonsuln ihre Empfehlungen für Folgekandidaten ein, worauf dann die offizielle Prüfung und Empfehlung des Auswärtigen Amts und schließlich – wenn alles glatt läuft – die Bestellung durch den Entsendestaat folgt. So war es auch im Fall von Volker Müller, der im Jahr 2006 auf den ehemaligen Continental-Vorstand und UVN-Präsidenten Peter Haverbeck folgte.
Die Geschichte des Honorarkonsulats des Königreichs der Niederlande in Hannover reicht bereits 120 Jahre zurück. Im Dezember 1906 wurde mit dem Buchhändler und Druckereibesitzer Max Jänecke ein angesehener hannoverscher Unternehmer zum ersten Honorarkonsul ernannt. Doch die diplomatischen Beziehungen fanden im Mai 1940 mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande vorerst ein jähes Ende.

Vertrauen als Basis
Dank der intensiven Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen besteht heute wieder ein festes Band zwischen den Ländern, das auch im gegenseitigen Handelsvolumen der beiden Volkswirtschaften
seinen Ausdruck findet. Für die Botschafterin Hester Somsen ist Vertrauen „das Wertvollste, was zwei Länder miteinander teilen können“ und das ehrenamtliche Engagement der Honorarkonsuln eine wichtige Säule für dessen Erhalt. Auch Volker Müller, der als Honorarkonsul in 20 Jahren viele erfolgreiche Projekte begleiten durfte, schätzt das gegenseitige Vertrauen und die Tiefe der persönlichen Beziehungen: „Am meisten bewegt hat mich die Erkenntnis, dass es sich gerade vor dem Hintergrund der politischen Situation in Europa eben doch um eine Funktion handelt, bei der man auch etwas bewegen kann.“ Auch in seiner verbleibenden Zeit als Honorarkonsul möchte er vor allem eines: etwas für die gute Beziehung der beiden Volkswirtschaften tun.



