Female Future Meet Up: Hannover setzt auf die „Power of Connection“

25. September 2026 | von Roksana Leonetti

Beim Female Future Meet Up in Hannover drehte sich alles um echte Verbindungen, neue Perspektiven und die Kraft starker Netzwerke vor Ort.

Vier Frauen bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main, Gruppenfoto, freundliche Stimmung Vivica Bree, Verena Eugster, Lisa Schnabel und Patricia Zupan-Eugster (v. l.), Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

Premiere in Hannover: Beim Female Future Meet Up in der Initiative Hüttenstraße trafen am 24. September mehr als 250 Menschen aufeinander. Ein Nachmittag über Führung, Gründung, Generationen und darüber, warum ein gutes Netzwerk mehr braucht als viele Kontakte.

Schon beim Lunch wird klar, worum es an diesem Tag gehen soll. 24 Menschen sitzen gemeinsam am Tisch, nach jedem Gang werden die Plätze gewechselt. Aufstehen, neu sortieren, wieder jemanden kennenlernen. Kein Visitenkartentausch im Vorbeigehen, sondern Zeit für Gespräche. Es ist der Auftakt zum ersten Female Future Meet Up in Hannover, das anschließend mit mehr als 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Initiative Hüttenstraße weitergeht.

Moderation auf einer Bühne beim Female Future Festival in Frankfurt mit Publikum
Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

Mehr als nur Kontakte sammeln

„The Power of Connection“ lautet das Motto. Dahinter steht ein Gedanke, den die Gründerinnen Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster gleich zu Beginn deutlich machen: „Ein Kontakt ist schnell auszutauschen, das ist der erste Schritt. Eine Connection ist wirklich zu vertiefen.“

Die Schwestern kommen vom Bodensee und haben aus einer persönlichen Erfahrung heraus eine Plattform aufgebaut, die Frauen sichtbarer machen und miteinander verbinden soll. Denn trotz guter Ausbildung und vieler Möglichkeiten fehlten ihnen selbst lange die weiblichen Vorbilder. „Wir hatten und haben noch nie so viele Möglichkeiten und dennoch finden wir sie kaum“, erinnert sich Verena Eugster an die Anfänge. Aus dieser Erkenntnis entstand das Female Future Festival.

ffmhanfotos1: Menschen applaudieren bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main
Applaus für neue Impulse und starke Stimmen, Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

In Hannover trifft diese Idee auf eine lebendige Netzwerklandschaft. Gemeinsam mit Niedersachsen.next Startup, Gründerinnen-Consult, FEM25 und hannoverimpuls wurde das Format erstmals in die Stadt geholt.

Sichtbar wurde diese Vielfalt auch in der Expo-Area von FEM25. Mehrere Vereine aus dem Netzwerkverbund waren mit eigenen Ständen vertreten, darunter die UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH), die Vereinigung für Frauen im Management e. V. und die Working Moms Hannover.

Mit dabei war auch FRIDA, das Frauennetzwerk von Bethel im Norden. Mit einem Kaffeewagen des Altenzentrums Karl Flor versorgte das Team die Gäste mit Kaffeespezialitäten, Tee und süßem Gebäck. Der Wagen wurde dabei ganz nebenbei zum Treffpunkt: Kaffee holen, kurz stehen bleiben und ins Gespräch kommen. „Power of Connection“ funktionierte an diesem Nachmittag eben nicht nur auf der Bühne.

Gruppenfoto von applaudierenden Teilnehmerinnen bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main, modernes Ambiente mit roten Stühlen
Gute Stimmung beim ersten Female Future Meet Up in Hannover, Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

Das Programm liefert reichlich Gesprächsstoff: Barbara Hagedorn spricht über „Mindset statt Machtspiele“, fünf Start-ups stellen ihre Ideen vor, Rainer Göttmann beschäftigt sich mit den Teams der Zukunft. Dazu kommen Panels über moderne Führung und Verantwortung, ein Live-Podcast sowie der Connection Hub, in dem Netzwerken ausdrücklich Teil des Programms ist.

Beim Workshop „Move 2 Connect“ von Frauke Wölbert und Wiebke Pfeiffer heißt es sogar: Taschen zur Seite und raus aus den gewohnten Mustern. Bewegung und kleine Übungen bringen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich wenige Minuten zuvor noch nicht kannten. Wölbert beschreibt genau diesen Moment im Anschluss treffend: „Echte Verbindung entsteht oft dort, wo wir unsere gewohnten Muster verlassen.“

Menschen bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main, entspannte Atmosphäre im Freien mit Gesprächen und Networking
Sonne tanken zwischen den Programmpunkten, Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

Generation Z trifft auf Generation X

Einen der unterhaltsamsten Impulse des Nachmittags setzt Anastasia Barner. Die Autorin und Gründerin von FeMentor räumt in ihrer Keynote mit Klischees über ihre Generation auf. Faul, ständig am Handy, immer auf der Suche nach Lob? Barner dreht einige der gängigen Zuschreibungen um und fragt stattdessen, unter welchen Bedingungen die Generation Z aufgewachsen ist: mit Corona, sozialen Medien und einer Arbeitswelt im Wandel.

Dabei wird es durchaus persönlich. Viele im Raum seien noch mit dem Satz „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ groß geworden. Barner hält eine andere Vorstellung dagegen: „Vielleicht wären Lehrjahre Jahre, in denen ihr Lob bekommt, in denen wir euch an die Hand nehmen, in denen wir an euch glauben.“

Gruppenfoto von Frauen bei einem Event in Frankfurt, aufgenommen vor einer Wand mit Graffiti.
Foto: Female Future Festival, Sabine Berkefeld

Am Ende passt genau das zum stärksten Gedanken des Tages. Vernetzung allein reicht nicht. Entscheidend ist, was danach passiert: ob aus einem Gespräch ein zweites wird, aus einem Kontakt eine Zusammenarbeit oder vielleicht einfach eine Begegnung, an die man sich erinnert.

Oder, wie es die Eugster-Schwestern an diesem Nachmittag formulieren: „Das aller größte Potenzial, das wir haben, ist hier in diesem Raum, wenn wir einander heben.“

Und davon gab es beim ersten Female Future Meet Up in Hannover ziemlich viel.