25 Jahre Region Hannover: Gemeinsam in die Zukunft
02. November 2026 | von Roksana Leonetti25 Jahre Region Hannover: Beim Festakt in der Alten Druckerei standen Zusammenhalt, Gemeinschaft und der Blick nach vorn im Mittelpunkt.
Eva Bender beim Festakt in der Alten Druckerei, Foto: Roksana Leonetti
Ein Vierteljahrhundert Region Hannover und zugleich der Beginn eines neuen Kapitels: Rund um das 25-jährige Bestehen kamen am 30. Oktober zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Alten Druckerei in Hannover zusammen. Ein Festakt zwischen Rückblick, Aufbruch und einem Wort, das sich durch den gesamten Abend zog: Gemeinsamkeit.
„Miteinander mehr erreichen“, mit diesem Gedanken begann der Abend, durch den Moderatorin Silke Leinweber führte. Und schnell wurde deutlich: Gefeiert wurde nicht allein ein Jubiläum, sondern eine Idee. Die Idee, dass Stadt und Umland gemeinsam mehr bewegen können als jede Kommune für sich.

Erster Regionsrat Jens Palandt erinnerte daran, wie unmittelbar die Arbeit der Region den Alltag der rund 1,2 Millionen Menschen berührt: von Mobilität und Gesundheitsversorgung bis zu Bildung, Umwelt und sozialer Unterstützung. Gerade in unsicheren Zeiten komme es darauf an, dass öffentliche Strukturen verlässlich funktionieren. „Vertrauen entsteht im Kleinen“, betonte Palandt. Dieses Vertrauen sei „eine wichtige Basis für unsere Demokratie“. Dabei gehe es bei politischer und administrativer Verantwortung vor allem um eines: „Es geht hier nicht um uns. Es sind die Menschen, für die wir arbeiten.“
Der Festakt begann zugleich mit einem stillen Moment. Palandt erinnerte an die Opfer des Gewaltverbrechens in Stade im Juni, darunter Mitarbeitende der Region Hannover: „Wir trauern um unsere Kolleginnen und Kollegen, wir widmen ihnen diesen Abend. Und wir werden sie nicht vergessen.“

Zusammenhalt als Stärke
Ministerpräsident Olaf Lies stellte in seiner Festrede das Verbindende in den Mittelpunkt. Die Stärke des Regionsmodells liege darin, „dass es hier gemeinsam Lösungen gibt, die man einzeln nicht findet“. Gerade Mobilität sei ein Beispiel für Aufgaben, die über kommunale Grenzen hinausgedacht werden müssten.
Sein Geburtstagswunsch fiel entsprechend eindeutig aus: „Wenn ich mir was wünschen darf, dann ist das Zusammenhalt.“ Die Gesellschaft brauche mehr gemeinsames Denken und weniger Gegeneinander. „Lasst uns dafür sorgen, dass wir mehr gemeinsam und gemeinschaftlich und weniger vereinzelt und gegeneinander“ handeln.

Dass dieses Miteinander viele Perspektiven braucht, zeigte auch die Gesprächsrunde mit Vertreterinnen aus Regionsversammlung und Kommunen. Der Blick ging dabei nicht nur zurück auf 25 Jahre Zusammenarbeit, sondern vor allem nach vorn: Wie bleibt die Region handlungsfähig? Wie gewinnt man Menschen für politisches Engagement? Und wie gelingt es, bei unterschiedlichen Interessen miteinander im Gespräch zu bleiben?
Für Leichtigkeit zwischen den politischen Tönen sorgten Passpartout und das Fusion Showteam des Feuerwerks der Turnkunst. Der Song „Willkommen zu Haus“ passte dabei fast wie bestellt zum Jubiläum: Heimat, so fasste Leinweber es anschließend zusammen, seien nicht nur Orte, sondern vor allem die Menschen, die sie gestalten.

Eva Bender: „Gemeinsam voran“
Der Abend markierte zugleich einen historischen Übergang. Nur wenige Stunden später, am 1. November, sollte Eva Bender als erste Frau das Amt der Regionspräsidentin übernehmen. Entsprechend groß war der Applaus für die designierte Regionspräsidentin.
Bender richtete den Blick deutlich auf die kommenden Jahre. Die Vielfalt innerhalb der Verwaltung bezeichnete sie als „unsere große Stärke“: Unterschiedliche Generationen, Geschlechter, Erfahrungen und Herkunftsgeschichten seien eine Chance für die Zukunft.
Ihr Leitgedanke: „gemeinsam voran“. Dazu gehören für Bender auch Ehrlichkeit und Transparenz. Eine lebendige Demokratie brauche unterschiedliche Sichtweisen und auch den Streit. Entscheidend sei, trotz aller Unterschiede miteinander weiterzugehen.

Zum Schluss schlug sie den Bogen zurück zur Gründungsidee der Region. Vor 25 Jahren hätten mutige Menschen gewohnte Wege verlassen und damit etwas geschaffen, das es nun weiterzuentwickeln gelte. Ihr Appell: „Nie aus den Augen verlieren, was uns verbindet“, nämlich die Überzeugung, „dass wir gemeinsam mehr erreichen können als allein“.
Danach durfte aus dem Festakt endgültig eine Geburtstagsfeier werden: Bei Imbiss, Gesprächen und Discosounds ging ein Abend zu Ende, der vor allem eines zeigte, nach 25 Jahren blickt die Region Hannover nicht nur auf ihre Geschichte zurück. Sie schaut nach vorn.


