Die Kunst des richtigen Saunierens
29. Oktober 2026 | von Maja HenschelWärme, Kälte, Ruhe: Christoph van Bebber, Geschäftsführender Gesellschafter der Ith Sole Therme, über das richtige Maß beim Saunieren.
Inhaltsverzeichnis
Wenn draußen die Temperaturen sinken, beginnt drinnen die Zeit der Wärme. Ein Saunagang kann dann weit mehr sein als ein kurzer Aufenthalt bei 80 Grad: Er ist ein Wechselspiel aus Wärme, Abkühlung, Ruhe und vor allem eine Frage des richtigen Maßes. „Man sollte nicht sofort die Extreme suchen“, sagt Christoph van Bebber, Geschäftsführer der Ith Sole Therme in Salzhemmendorf. Wer neu in der Sauna ist, sollte seinem Körper zunächst Zeit geben, sich an die ungewohnte Hitze zu gewöhnen.

Für Einsteiger empfiehlt van Bebber deshalb einen sanften Beginn, etwa in einer Softsauna bei rund 60 Grad. Erst wenn sich der Körper an die Wärme gewöhnt hat, kann es Schritt für Schritt in höhere Temperaturen gehen. 70 oder 80 Grad sind dann möglich. Entscheidend sei aber nicht die Zahl auf dem Thermometer, sondern das eigene Empfinden. Wer sich unwohl fühlt, sollte die Sauna jederzeit verlassen. Auch die oberste Bank und besonders intensive Aufgüsse müssen nicht gleich beim ersten Besuch sein.
Wärme braucht ihr Gegenstück
Ein guter Saunagang endet für van Bebber nicht mit dem Öffnen der Tür. Ebenso wichtig ist die anschließende Abkühlung. Zunächst sollte der Körper draußen etwas herunterkommen, bevor kaltes Wasser zum Einsatz kommt. „Der Wechsel zwischen Wärme und Kälte gehört zum Saunieren einfach dazu“, erklärt der Geschäftsführer. Gerade dieses Zusammenspiel sei einer der wichtigen positiven Faktoren des Saunierens.
Danach braucht der Körper Zeit zur Erholung. Denn Saunieren soll kein Wettkampf sein, bei dem möglichst viele Gänge in möglichst kurzer Zeit absolviert werden. Van Bebber beobachtet gerade bei erfahrenen Saunagängern, dass sie gelegentlich zu viel des Guten wollen. Seine Empfehlung gilt daher für Anfänger wie für „alte Saunahasen“: auf den eigenen Körper hören und nicht übertreiben. Drei Saunagänge reichen seiner Meinung nach für einen Aufenthalt aus seiner Sicht in der Regel völlig aus.

Zwischen Schwitzen und Entspannung
Auch vor dem ersten Gang kommt es auf den richtigen Moment an. Wer gerade eine große Mahlzeit hinter sich hat oder gestresst in die Sauna eilt, tut seinem Körper keinen Gefallen. Besser ist es, zunächst anzukommen, vielleicht noch eine Runde zu schwimmen oder sich auszuruhen und anschließend entspannt in die Wärme zu gehen.
Dass der Schweiß dabei nicht sofort in Strömen fließt, ist übrigens kein Grund zur Sorge. Der Körper müsse sich zunächst an die Wärme gewöhnen, erklärt van Bebber. Schwitzen sei ein Vorgang, den der Körper mit der Zeit besser kennenlerne. Entscheidend sei deshalb nicht, möglichst schnell möglichst viel zu schwitzen, sondern die Wärme bewusst zu erleben.
Zeit mitbringen
Nach dem letzten Saunagang gehört schließlich noch etwas ganz Unspektakuläres zum Ritual: trinken. Durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit, die anschließend wieder ausgeglichen werden sollte. Auch der vermeintliche Gewichtsverlust nach mehreren Saunagängen ist entsprechend vor allem ein Verlust von Flüssigkeit – und kein nachhaltiges Abnehmen.

Das ist die eigentliche Kunst des Saunierens: nicht möglichst viel auszuhalten, sondern sich Zeit zu nehmen. In der Ith Sole Therme lässt sich daraus ein ganzer Wellnesstag machen. Neben den Saunaanlagen gehören Solebecken, Gastronomie und Wellnessanwendungen zum Angebot. „Man sollte einfach Zeit mitbringen“, sagt van Bebber. Ein Rat, der im hektischen Winter vielleicht genauso wohltuend ist wie die Wärme selbst.


