9 Löcher - 9 Fragen ... mit Maike Bielfeldt
29. Oktober 2026 | von Celia Paulina StrauchAuf dem Golfplatz spricht IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfedt über Ausgleich, Entscheidungen und Leidenschaft
Bei neun Fragen und neun Löchern zeigt sich Maike Bielfeldt von ihrer persönlichen Seite. Sie spricht über Gelassenheit, Entscheidungsfreude und die kleinen Erkenntnisse, die manchmal zwischen Abschlag und Clubhaus warten. Ein Gespräch über Perspektivwechsel, Humor und die Frage, warum gute Gespräche oft unter freiem Himmel entstehen.
1. Als Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover sind Sie beruflich ständig im Austausch, auf Terminen und mittendrin im Geschehen. Was bedeutet Golf für Sie als Ausgleich?
Golf ist für mich eine wunderbare Auszeit vom Arbeitsalltag. Auf dem Platz kann ich mich ganz auf den nächsten Schlag konzentrieren und für ein paar Stunden alles andere ausblenden. Dazu kommt die Bewegung in der Natur. Das ist für mich die perfekte Kombination, um den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken.

2. Die Platzreife hatten Sie bereits 2014, richtig gepackt hat Sie das Golffieber aber erst 2022. Was hat diesmal den Unterschied gemacht?
Offenbar war 2022 einfach mein Golfjahr. (lacht) Die Platzreife hatte ich zwar schon lange, aber zunächst fehlte mir die Regelmäßigkeit. Als ich dann wieder richtig angefangen habe Golf zu spielen, hat mich der Sport schnell begeistert. Heute gehört Golf fest zu meinem Alltag und ich finde es schön, dass daraus über die Jahre eine echte Leidenschaft geworden ist.
3. Sie nehmen jede Woche Unterricht in Gleidingen. Was kann Ihr schottischer Trainer, was ein voller Terminkalender nicht kann?
Er bringt mich runter. (lacht) Es kommt durchaus vor, dass ich völlig gestresst und auf den letzten Drücker zum Training komme. Mein Trainer schafft es dann erstaunlich schnell, mich wieder zu fokussieren. Manchmal ist die wichtigste Lektion gar nicht der perfekte Schwung, sondern erst einmal tief durchzuatmen und den Kopf freizubekommen.

4. Ihr Mann Michael und ihr Trainer haben beide eine Meinung zu ihrem Golfspiel. Wem schenken Sie eher ihr Vertrauen dem dänischen Ehemann oder dem schottischen Trainer?
(lacht) Da muss ich wohl diplomatisch antworten, aber mein Trainer hat einen kleinen Vorsprung. Michael gibt mir natürlich auch Tipps, und wir spielen sehr gerne zusammen. Aber mein Trainer kennt meinen Schwung inzwischen so gut, dass ich auf seine Hinweise meistens doch etwas genauer höre.
5. Sie spielen viel in Dänemark. Ist eine Runde Golf mit Michael dort eigentlich mehr Sport, Urlaub oder gemeinsame Zeit?
Eigentlich alles zusammen. Ich mag es sehr, in Dänemark zu spielen, weil wir dabei Natur, Bewegung und gemeinsame Zeit verbinden. Außerdem haben die dänischen Plätze eine ganz eigene Atmosphäre. Golf wird dadurch noch mehr zu einem Erlebnis und weniger zu einer Frage des Scores. Und wenn anschließend noch ein schöner Abend wartet, ist die Runde ohnehin perfekt.

6. Sie treffen als IHK-Hauptgeschäftsführerin täglich Entscheidungen. Beim Golf heißt es ebenfalls: Risiko oder Sicherheit, Driver oder Eisen. Was haben Golf und Resilienz für Sie gemeinsam?
Golf ist für mich ein wunderbares Training in Resilienz. Man muss Entscheidungen treffen, mit unterschiedlichen Situationen umgehen und sich immer wieder neu auf den nächsten Schlag konzentrieren. Im Berufsleben ist es ähnlich: Nicht alles lässt sich planen, manchmal kommt Gegenwind. Dann hilft es, ruhig zu bleiben, die Situation anzunehmen und den eigenen Kurs nicht aus den Augen zu verlieren. Und irgendwann muss man einfach den Schläger in die Hand nehmen und losspielen. (lacht) Manchmal merkt man erst hinterher, ob die Entscheidung die richtige war. Wichtig ist für mich, den Mut haben sie zu treffen und daraus zu lernen.
7. Auf dem Golfplatz wie im Berufsleben kommt manchmal Gegenwind. Was hilft Ihnen, trotzdem Kurs zu halten?
Ruhe bewahren und den nächsten Schritt betrachten. Gerade wenn viel gleichzeitig passiert, hilft es mir, Dinge zu sortieren und mich nicht von der gesamten Strecke überwältigen zu lassen. Beim Golf ist es schließlich genauso. Man spielt nicht 18 Löcher auf einmal, sondern immer nur den nächsten Schlag von Loch zu Loch. Das ist eine sehr gute Lebensweisheit.

8. Wenn Sie mit Michael spielen: Wer ist ehrgeiziger und wer kann einen schlechten Tag auf dem Platz besser mit Humor nehmen?
Das kommt wahrscheinlich darauf an, wen Sie fragen. (lacht) Wir nehmen das Spiel beide ernst, aber nicht uns selbst. Genau das macht gemeinsame Runden so schön. Man kann sich über einen gelungenen Schlag freuen, sich gegenseitig ein bisschen aufziehen und anschließend gemeinsam darüber lachen. Am Ende geht es für uns vor allem darum, Zeit miteinander zu verbringen.
9. Woran merken Sie nach einer Runde: Das war heute genau die richtige Auszeit?
Wenn ich danach das Gefühl habe, wirklich Abstand gewonnen zu haben. Wenn ich viel gelacht habe, draußen war, mich bewegt habe und der Kopf wieder frei ist. Dann ist mir der Score tatsächlich gar nicht mehr so wichtig. Eine gute Runde ist für mich eine, nach der ich mit einem guten Gefühl ins Clubhaus gehe und mich schon auf die nächste Runde freue.


