Rückblick auf die Liminale 2026: Zukunft zum Ausprobieren

28. September 2026 | von Roksana Leonetti

Die Liminale 2026 bringt Zukunft auf den Campus: KI, Energie, Mode und Musik treffen in Hannover auf neue Ideen, Austausch und Experimente.

Publikum und Redner bei der Liminale 2026 im Freien, Event an der Hochschule mit Vortrag und Diskussion Jakob Vicari von der Hochschule Hannover beim Live-Prototyping einer „Zuhörmaschine“, Foto: Roksana Leonetti

Was passiert, wenn man Zukunft nicht nur diskutiert, sondern einfach ausprobiert? Bei der zweiten Liminale der Hochschule Hannover wurde der Campus Linden zur Zukunftswerkstatt. Unter dem Motto „Engineering Future“ trafen KI und Energiewende auf Musik, Mode und die Frage, wie aus guten Ideen konkretes Handeln werden kann.

Strahlender Sonnenschein, Menschen auf dem Campus, Musik zwischen den Programmpunkten und Gespräche, die nach dem Ende eines Panels einfach weitergingen: Die Liminale fühlte sich am Freitag weniger nach wissenschaftlicher Konferenz als nach Festival an. Rund 1.500 Anmeldungen gab es nach Angaben der Hochschule für die zweite Ausgabe – deutlich mehr als beim Auftakt im vergangenen Jahr.

Und diesmal fand die Liminale dort statt, wo Zukunft ohnehin täglich Thema ist: mitten auf dem Campus Linden der Hochschule Hannover. „Die Studierenden sind hier zu Hause und haben damit die Veranstaltung direkt auf ihrem Campus“, sagt Hochschulsprecher Christoph Bönhoff. Gleichzeitig wolle man den Campus öffnen und zeigen, wofür die Hochschule steht: „für Innovation und für die Gestaltung der Zukunft“.

Mann im Anzug bei der liminale 2026 vor Open-Air-Bühne mit Publikum
Christoph Bönhoff, Pressesprecher der Hochschule Hannover: „Die Hochschule Hannover steht für Innovation und für die Gestaltung der Zukunft.“, Foto: Roksana Leonetti

Was bedeutet eigentlich „Engineering Future“?

Die Antwort darauf fiel an diesem Tag erstaunlich vielfältig aus. In rund 20 Vorträgen, Workshops und Diskussionen ging es um Künstliche Intelligenz, Energie, Klima, nachhaltiges Wirtschaften, Demokratie und neue Geschäftsmodelle. Dahinter stand eine gemeinsame Frage: Wie kommen wir vom Reden ins Handeln?

„Engineering“ war dabei weniger als klassische Ingenieurskunst zu verstehen. Es ging ums Gestalten, Testen, Verwerfen und Neudenken. Und darum, welche Rolle der Mensch spielt, wenn KI immer mehr Aufgaben übernehmen kann. Hochschulpräsident Prof. Dr. Josef von Helden brachte es auf einen zentralen Punkt: Studierende müssten befähigt werden, ihre eigene Beurteilungsfähigkeit gegenüber den Ergebnissen von KI zu behalten.

Wie spielerisch das funktionieren kann, zeigte eines unserer persönlichen Highlights: Beim AI Slam wurde aus einem einfachen Foto mithilfe von KI innerhalb kürzester Zeit ein Comic. Die Ergebnisse reichten von überraschend gut bis herrlich absurd und sorgten dafür, dass rund um die Anwendung immer wieder gemeinsam gelacht und ausprobiert wurde.

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Zwischen KI, Beats und nachhaltiger Mode

Dass Zukunft nicht nur auf Panels entsteht, gehörte zum Konzept. Joy Bogat verwandelte mit ihrer souligen Stimme eine Festivalpause in ein kleines Konzert. Studierende liefen bei „Liminal Fashion“ als Models über den Laufsteg und zeigten Entwürfe rund um nachhaltige Mode. Das useLAB der Hochschule machte sichtbar, wie aus Experimenten neue Ideen und Prototypen entstehen können.

Zum Finale trafen bei „Beats, Bits & Business“ schließlich Smudo, Mousse T. und Moderator Uwe Berger aufeinander. Ihre Frage: Was verändert KI in Musik und Kreativität – und wem gehört eigentlich eine Idee, wenn Maschinen Teil des kreativen Prozesses werden?

Auf dem Campus kamen an diesem Nachmittag Menschen zusammen, die sich im Alltag vermutlich eher selten begegnen: Studierende und Unternehmer, Wissenschaftlerinnen und Kreative, Klimaexperten und Musiker. Gerade dieser Wechsel zwischen Fachdebatte, Experiment und Festival machte die Liminale aus.

„Engineering Future“ bekam damit für einen Nachmittag in Hannover eine ziemlich konkrete Bedeutung: neugierig bleiben, selbst ausprobieren und Zukunft nicht als etwas betrachten, das irgendwann passiert, sondern als etwas, das sich gestalten lässt.