Opernball 2026: Eine Nacht mit Herzschlag
16. Februar 2026 | von Celia Paulina StrauchParis im Herzen, Hannover im Takt: „Padam“ ließ die Staatsoper Hannover in französischem Glanz erstrahlen.
Foto: Frank Wilde
Inhaltsverzeichnis
Ein Herzschlag, ein musikalisches Versprechen, eine Liebeserklärung an Frankreich. Unter dem Motto „Padam“ verwandelte sich das Opernhaus für zwei Nächte in eine glanzvolle Hommage an Paris, an Lebenskunst und an jene verschwenderische Eleganz, die man sich „wie am Hof des Sonnenkönigs“ vorstellt. Goldene Lichtspiele fluteten das Foyer, üppige Blumenarrangements rankten sich über Balustraden, schmückten Treppenaufgänge und tauchten selbst die kleinsten Nischen in ein Meer aus Blüten. Rosen, Lilien, zarte Pastelltöne.

Ein französisches Motto
„Padam“, ein Titel, der unweigerlich an französisches Chanson denken lässt. Und tatsächlich: Musik lag auf allen Ebenen des Hauses in der Luft. Im Opernsaal eröffnete ein klassisches Ensemble mit teilweise französischen Komponisten, während im Foyer beschwingte Chansons erklangen. Eine Etage höher durchmischten moderne Beats die Luft, die später in eine ausgelassene Tanznacht übergingen. Man konnte flanieren wie auf einem Boulevard, verweilen wie in einem Pariser Salon oder sich mitten ins Geschehen stürzen.
Tanzen, flanieren, feiern
Und das Interesse war groß: Der Freitagabend war nahezu ausverkauft, der Samstagabend schließlich komplett. Zwei Nächte, die zeigten, wie sehr sich der Opernball als fester Bestandteil des hannoverschen Gesellschaftskalenders etabliert hat. Auch kulinarisch blieb das Motto kein bloßes Zitat. „Speisen wie Gott in Frankreich“, selten traf diese Redewendung so wortwörtlich zu. Feine Pâtés, zartes Rind, delikate Tartes, verführerische Desserts mit Crème und Beeren: Das Catering setzte auf Raffinesse statt Masse. Champagner perlte in hohen Gläsern. Zwischen Heißluftballons und Kerzenschein entstand jene besondere Mischung aus Genuss und Gespräch, die einen Opernball von einer reinen Tanzveranstaltung unterscheidet. Hier wurde nicht nur getanzt. Hier wurde gesehen, gelacht, diskutiert, gefeiert.

Wie in einem Traum
Das Motto spielte bewusst mit dem Bild des französischen Barocks, mit jener Inszenierung von Pracht und Selbstbewusstsein. Immer wieder setzten Show-Elemente überraschende Akzente. Tänzerinnen in historischen Silhouetten mischten sich unter die Gäste, musikalische Interventionen entstanden scheinbar aus dem Nichts. Für einen Moment fühlte man sich tatsächlich wie bei einem höfischen Fest, nur dass hier das Publikum selbst Teil der Inszenierung war.
2027 geht es weiter
Dass der Opernball sich so deutlich von anderen Veranstaltungen dieser Art absetzt, ist kein Zufall. Intendant Bodo Busse betonte am Rande des Abends, wie wichtig ihm der hohe gestalterische Aufwand und die jährlich wechselnden Mottos seien. Genau diese konzeptionelle Handschrift mache den Unterschied. Hannover positioniere sich damit bewusst eigenständig im Reigen deutscher Opernbälle. Und das nächste Motto? Es steht bereits fest, verriet Busse mit einem Schmunzeln. Doch bekannt gegeben wird es erst im Oktober 2026. Ein kleines Geheimnis, das die Vorfreude wachsen lässt.


