„Jeder kann Gutes tun“

17. November 2025 | von Stefanie Nickel

Hinschauen statt wegsehen: Gerade in den Wintermonaten brauchen Bedürftige besondere Hilfe und es gibt viele Initiativen, die mit anpacken. Stefan Rose will mit dem Verein Serve the City zeigen, wie einfach es sein kann, Gutes zu tun.

Person mit Serve the City Hannover T-Shirt vor einer Backsteinmauer mit Efeu Stefan Rose von Serve the City. Foto: Serve the City

 

Die festlich geschmückten Straßen, der Duft von gebrannten Mandeln, das Licht der Weihnachtsmärkte – die Vorweihnachtszeit hat einen besonderen Zauber. Doch nicht jeder kann sie genießen. Für viele Menschen in und um Hannover ist der Winter eine Herausforderung. Obdachlose, Kranke, Einsame, Menschen in schwierigen Lebenslagen – sie alle sind auf Unterstützung angewiesen. Umso wichtiger sind in dieser Zeit Menschen, die hinschauen, wenn andere wegsehen.

Hilfe geht auch schnell und unkompliziert

Stefan Rose ist so jemand. Der 49-Jährige ist seit drei Jahren Geschäftsführer bei Serve the City, einem international arbeitenden Verein, der in über 100 Städten aktiv ist, in so unterschiedlichen Orten wie, Manila oder Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Seit 2018 gilt auch in Hannover das Serve-the-City-Motto: Jeder kann Gutes tun – schnell und unkompliziert.

„Wir halten die Hürde, sich zu engagieren, niedrig“, sagt Stefan Rose. Das kann ein Spielenachmittag mit Geflüchteten sein, eine Müllsammelaktion im eigenen Kiez oder Pakete für Obdachlose oder Kinder in Not schnüren. Sich einen einzelnen Nachmittag zu engagieren, ist dabei genauso möglich wie langfristig eine Projektkoordination zu übernehmen.

Das Beste, was passieren konnte

Stefan Rose weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu werden. Nach einer Erkrankung entwickelte er in seiner Jugend eine hochgradige Schwerhörigkeit, die nicht behandelt werden konnte. Rose kam im Unterricht nicht mit, weil er vieles akustisch nicht verstand. Er wurde gemobbt, musste dreimal ein Schuljahr wiederholen, schaffte aber dennoch das Abitur. „Das war eine schwere Zeit“, sagt Rose.

Er studierte Geografie, arbeitete später für die Gemüsekiste, entwickelte für den Biolieferservice aus Hannover-Hiddestorf eine Nachhaltigkeitsstrategie, bevor er zu Serve the City kam.

Heute sagt er: „Man hat auch selbst etwas davon, wenn man hilft.“ Das soziale Kurzzeit-Engagement ermögliche, über den eigenen Tellerrand zu schauen und andere Lebensrealitäten kennenzulernen. „Serve the City ist das Beste, was mir passieren konnte.“ Die Hilfsaktionen könnten auch das Miteinander stärken, sagt Rose. Er erzählt von zwei Frauen, die sich bei den Frühlingsplanzaktionen auf der Deisterstraße in Linden-Süd seit Jahren an „ihrem Baum“ treffen. „So entstehen Beziehungen und Verständnis für einander“, sagt Rose. Und das sei wichtig in einer Zeit, in der viele Menschen sich auch in den sozialen Medien nur in ihren Blasen bewegen.

Serve the City: Mann liefert Geschenke an gemeinnützige Organisation
In der Zeit vor Weihnachten hat Serve the City besonders viel zu tun. Foto: Serve the City

Helfende Hände werden gebraucht

In der Vorweihnachtszeit ist bei Serve the City wie bei vielen anderen Hilfsorganisationen besonders viel los – und es werden viele helfende Hände gebraucht. Der Verein will in diesem Jahr Wünsche von Kindern aus Flüchtlingsunterkünften erfüllen – mit der Hilfe des Vereins „Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover“. „Kinder dürfen ihre ganz konkreten Wünsche äußern“, sagt Rose, der noch Unternehmenspaten für die Aktion sucht. Ob Spielzeugauto, Legoritterburg oder Armbanduhr – etwa 20 bis 25 Euro dürfen die Geschenke kosten, die dann im Neuen Rathaus den Kindern überreicht werden.

Wer Serve the City unterstützen will, findet auf der Website www.servethecity-hannover.de oder auf dem Instagramkanal @servethecity.hannover sicher das passende Projekt.

Hilfe, die ankommt

Weihnachtsstuben an Heiligabend: An Heiligabend öffnen zahlreiche Träger wie die AWO oder die Diakonie ihre Türen für Menschen, die keine Familie oder enge Freunde haben, mit denen sie feiern. Eingeladen sind insbesondere einsame ältere Menschen, wohnungslose und suchtkranke Menschen. Man kann die Aktion durch ehrenamtliche Mitarbeit oder Kuchenspenden unterstützen. Infos: www.diakonisches-werk-hannover.de.

„Weihnachten im Schuhkarton“ für Wohnungslose: Freiwillige packen Schuhkartons für wohnungslose Menschen mit kleinen Präsenten und nützlichen Dingen — etwa Hygieneartikel, warme Socken oder Handwärmer. Der Wert der Kartons liegt ungefähr bei 20 Euro. Die Übergabe erfolgt über die Wohnungslosenhilfe der Caritas Hannover.