Anlässe zum Schenken gibt es viele, doch ist der Anblick, wenn sich Heiligabend die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum stapeln, wohl einer der schönsten. Wie das Einpacken mit Leichtigkeit gelingt, wissen Caroline Prenzler und Stella Victoria Wessels von der Parfümerie Liebe.

Text: Jule Trödel, Fotos: Tobi Wölki

Cellophanfolie und Kräuselband waren gestern, da ist sich Caroline Prenzler sicher. Heute geht es um sauber eingeschlagenes Papier und kunstvoll drapiertes Schleifenband. „Mit den richtigen Materialien und ein paar geschickten Handgriffen ist das aber gar nicht so schwer“, sagt die Teil-Geschäftsführerin der Parfümerie Liebe. Als Teil der Unternehmensphilosophie legt Prenzler viel Wert auf den Packservice der Parfümerie. So vermittle ein hübsch verpacktes Geschenk enorme Wertschätzung, findet sie.

Tipps vom Profi

Damit das Einpacken zu Hause gelingt, empfiehlt Prenzler, grundlegend festeres Geschenkpapier zu kaufen. „Das kostet erst mal ein oder zwei Euro mehr, schont letztendlich aber die Nerven“, versichert sie. Als Design setzt die Mitinhaberin der Parfümerie auf gemustertes Papier. Das mache es einfach spannender. Dabei gilt: Während sich für kleinere Geschenke zarte und filigrane Muster eignen, sind für größere Formen grobe und abstrakte Motive schick. Um bei dem Zuschnitt des Papiers kein Material unnötig zu verschwenden, hat Stella Victoria Wessels einen Rat. Seit ihrer Ausbildung bei Liebe steht sie regelmäßig am Packtisch der Parfümerie. Um die richtige Größe abzumessen, legt sie das Geschenk auf eine Seitenfläche an den Rand der Papierrolle. Anschließend kippt sie es entlang der Rollenkante über die Vorderseite auf die zweite Seitenfläche. Hinter dem Paket abgeschnitten, hat das Papier nun die perfekte Breite, um das Geschenk einzuwickeln. Dabei sollte man möglichst großen Scheren durch das Papier ziehen, um Zeit zu sparen und sauber zu arbeiten, erklärt Wessels. „Außerdem sollte man nie vergessen, das Preisschild zu entfernen“, erinnert die junge Verkäuferin.

Ordentliche Ecken und Kanten: „Die Sauberkeit macht ein Geschenk schön.“

Es gibt eine Grundtechnik, wie man eckige Geschenke am besten einpackt: Zunächst schlägt man die Waren grob ein, anschließend verpackt man die Seitenflächen. Dazu wird die obere, offene Papierseite nach unten an das Geschenk gedrückt, wodurch am Rand zwei Dreiecke entstehen. Diese drückt man nacheinander an die Seitenfläche des Geschenks, sodass ein noch auf dem Boden liegendes Dreieck übrig bleibt. Dieses wird im Anschluss hochgefaltet. Gelungen ist es, wenn die Spitze in der Mitte der Seitenfläche endet und dort festgeklebt werden kann. Sollte sie dafür zu lang sein, kann sie eingefaltet und somit gekürzt werden. „Je sauberer ein eckiges Geschenk eingepackt ist, desto schöner ist es am Ende“, erklärt Wessels. Daher empfiehlt sie, vor dem Umschlagen einer Kante diese immer nochmal nachzufahren und verstärkt zu knicken.

Schwierige Formen richtig kaschieren

Um bei schwierigen Formen zu kaschieren, dass sich das Papier nicht glatt an das Geschenk anschmiegt, kreiert Wessels Verpackungen, die mit eigenem Charme bestechen. So bekommt der zylinderförmige Deoroller einen hübschen Puschel auf das Dach, während der recht formlose Schwamm zu einem süßen Bonbon wird. Für die auffälligen Enden fasst Wessels jeweils das überstehende Papier in einem Punkt zusammen und fixiert es dort mit Schleifenband. „Für das besondere Extra schneide ich das Papier am Ende immer noch einmal schräg ab“, erklärt Wessels. Auch wenn diese Bonbonverpackung aufgrund ihrer Einfachheit jeder hinbekomme, sollte man sie nicht für jedes Geschenk verwenden, betont sie.

So gelingt eine schöne Schleife für Ihr Geschenk

Eine Schleife auf dem Geschenk ist wie die Kirsche auf der Sahne eines Eisbechers. In der Parfümerie Liebe sind es sogar Doppelschleifen. Was kompliziert aussieht, ist aber gar nicht schwer. Nachdem das Schleifenband im Kreuz um das Päckchen gewickelt wurde, wird es mit einem einfachen Knoten auf dem Paket fixiert. Anschließend kommt ein zweites Band zum Einsatz, das zunächst in die Form einer Schlaufe gelegt wird. Drückt man den Punkt, an dem sich die Bänder kreuzen, nun zurück auf die Schlaufe, entsteht eine Schleife. Diese wird ohne weiteren Knoten mit einer ganz normalen Schleife des ersten Bands auf dem Geschenk fixiert. „Besonders schön ist es, wenn man mit zwei unterschiedlich großen und farbigen Schleifenbändern arbeitet. Dann entsteht ein spannender Kontrast“, verrät Wessels. Anschließend werden die Schleifen noch einmal zurechtgezupft und das Geschenkband wird auf Höhe der Päckchenkante schräg abgeschnitten.