Mini-Appaloosas, mächtige Kladruber und ein Schimmel, dem seine Reiterin Flügel verleiht – bei der „Nacht der Pferde“ haben die unterschiedlichen Pferderassen, Reiter und Reitstile die Besucher des nahezu ausverkauften Galaabends begeistert. Besonders die Pony-Rasselbande von Marie Desodt verzauberte die Besucher mit ihrer Freiheitsnummer ohne Sattel und Trense.

Text: Heike Schmidt, Fotos: Thomas Schirmacher

Gewaltige Kutschpferde

Die gewaltigen Kutschpferde vom tschechischen National Gestüt in Kladruby nad Labem hingegen ließen den Boden der Halle erbeben. Als die drei Sechsspänner im Galopp durch das Viereck preschten, wurde die Fahrkunst von Ludwig Weinmayr und seinem Team offensichtlich.

Träumerisches Dressurreiten

Eine Nummer zum Träumen zeigte die französische Dressurreiterin Alizée gemeinsam mit ihrer Tochter Louise. Louise, deren Beinchen kaum über die Schabracke des Sattels reichten, zeigte auf Mamas Schimmel, dass es beim Reiten weniger auf Kraft, sondern vielmehr um Einfühlungsvermögen und Vertrauen geht.

Nacht der Pferde: Spaßige Islandpferde

Spaß machten wie immer die Islandpferde, deren Reiter mit Wickinger-Helmen und Fellen über den Sätteln quer durch die Arena tölteten. Spätestens bei dieser Nummer wussten Pferdefans, was sie in den vergangenen Corona-Jahren vermisst hatten: Die unglaubliche Vielzahl und den Abwechslungsreichtum der Nummern, die eine „Nacht der Pferde“ ausmacht.

Voltigierpferde à la Dirty Dancing

Mit dabei waren auch in diesem Jahr die Profi Voltigierer Thomas Brüsewitz, Viktor Brüsewitz und Jannik Heiland, die unter dem Titel „Brüsewitz brüder“ bekannt wurden. Sie zeigten auf ihrem braunen Voltigierpferd ihre Version von Dirty Dancings „Time of my Life“. Ganz ohne Pferde kamen die drei Franzosen von der „Horse-Man-Show“ aus, die locker über Hindernisse bis zu einer Höhe von 1,80 Metern sprangen. Zum vergleicht: Hindernisse eines S-Springens sind bis zu 1,60 Meter hoch.

Vertrauen und Harmonie bei der Nacht der Pferde

Einst sollen die italienischen Butteri sogar die Cowboys aus Amerika fasziniert haben. In Hannover zeigten die Reiter der La Bardella Maremmana einhändig geritten, wie sie einst die Rinderherden zusammenhielten. Um Vertrauen und Harmonie geht es der Dressurreiterin Anna Blomgren. Sie zeigte mit ihrer Stute, dass selbst eine raschelnde und wehende weiße Plane ein Pferd nicht erschreckt – sofern es Vertrauen zu seinem Reiter hat.

Mehr als 70.000 Besucher bei der Pferd & Jagd

Noch ein wenig größer muss das Vertrauen sein, wenn Gilles Fortier und das Team Valinka in die Sättel steigt: Es ist mit brennenden Fackeln unterwegs, was normalerweise jeden Vierbeiner in die Flucht schlagen würde.

Beide Gala-Abende – Freitag und Sonnabend – sowie die Pony Show MiMaMo begeisterten mehr als 9000 Zuschauer. Auch die Aussteller der „Pferd & Jagd“ waren zufrieden: Weit mehr als 70.000 Besucher kamen zur viertägigen Leistungsschau der Jagd- und Reitsportszene, um sich über neueste Produkte und Trends zu informieren, aber auch, um einzukaufen. Die meisten Aussteller waren zufrieden.

Erfolgreiche Pferd & Jagd für Aussteller

Werner Becker von Becker Jagdkleidung ist mit seinem Unternehmen seit 30 Jahren auf der Pferd & Jagd. „Wir haben ein sehr gutes Geschäft gemacht, darüber hinaus ist die Infrastruktur in Hannover hervorragend, ebenso die Betreuung“, erklärte er. Im kommenden Jahr wolle er den Stand nochmals vergrößern. Auch Philipp Bücker von Bücker Trailer betonte: „Wir sind mit der Messe sehr zufrieden.“ Der teuerste Hänger sei gleich zu Beginn weg gewesen. Auch Reitbekleidung wurde gern gekauft. „Die Besucher waren in absoluter Kauflaune und freuten sich, nach der Corona-Pause wieder Geld ausgeben zu können“, sagte Petra Dieckmann, Inhaberin Spooks Bekleidung.

Mehr zu der Pferd & Jagd: http://pferdundjagd.com/