Einen weiteren Sommer lang scheint kein Auslandsurlaub möglich zu sein. Die beste Zeit, um seine eigene Heimat mit dem Fahrrad einmal ganz neu zu erkunden. Steht das Fahrrad schon länger im Keller? Kein Problem, mit einigen wenigen Handgriffen ist der Drahtesel wieder fit für den Sommer!

Text: Ellen Reßmann, Titelbild: edele-fotografie | stock.adobe.com

Wir zeigen Ihnen, was zu tun ist: Denn nicht nur stark beanspruchte Fahrräder wie Mountainbikes, sondern alle Räder sollten auf Funktionalität und sichere Verkehrstauglichkeit hin überprüft werden. Einige Schritte des Frühjahrschecks erfordern etwas handwerkliches Geschick und das richtige Zubehör. Bei Bedarf können Sie sich auch an einen Fachmann Ihres Vertrauens wenden.

1. Das Fahrrad reinigen

Am besten starten Sie mit einem gründlichen Frühjahrsputz. Stand das Fahrrad lang unbenutzt im Keller, sammelt sich gerne etwas Staub auf dem Rahmen darauf. Stellen Sie ihr Rad kopfüber auf den Lenker, so ist es am sichersten für alle folgenden Schritte.
Reinigen Sie ihr Rad mit Wasser, Spülmittel und einem Lappen, oder benutzen Sie speziellen Fahrradreiniger. Verwenden Sie auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger! Der hohe Druck kann das Radlager beschädigen. Nehmen Sie stattdessen lieber eine Zahnbürste für die kleinen Ecken, hartnäckigen Schmutz aus dem Vorjahr zu entfernen. So haben Sie in kürzester Zeit ihr altes Fahrrad optisch für den Frühling aufbereitet.

Im ersten Schritt wird das Fahrrad einer gründlichen Reinigung unterzogen.

Im ersten Schritt wird das Fahrrad einer gründlichen Reinigung unterzogen.Foto: Khaligo – 227743146 | stock.adobe.com

2. Die Kette ölen

Säubern Sie zunächst die Fahradkette mit einem Kettenreiniger. Diesen müssen Sie auftragen, einwirken lassen und bei Bedarf überschüssiges Mittel mit einem Tuch abwischen. Gummihandschuhe nicht vergessen! Das Reinigungsmittel wie auch das Schmiermittel kann unschöne Flecken hinterlassen.

Sind die Ketten einmal sauber, tragen Sie ein Schmiermittel, z.B. Kettenöl, auf die Innenseiten der Kette auf jede Lasche auf. Aber aufpassen: Das Mittel darf nicht auf die Felgen tropfen, da es sonst die Bremsbeläge beschädigt.

3. Die Fahrradreifen prüfen

Zuerst gilt es, die Reifen auf Gefahren wie Steinchen oder Glasscherben im Profil zu überprüfen. Halten Sie zudem Ausschau nach sichtbaren Rissen oder Schnitten in dem Fahrradschlauch, die geflickt werden müssten.

Sollten Sie nichts finden, können Sie direkt zum Aufpumpen der Reifen übergehen. Der ideale Luftdruck steht meistens auf den Reifen selbst. Sind Sie eher in der Stadt auf gut ausgebauten Straßen unterwegs? Dann empfiehlt sich ein Luftdruck nahe der Maximalgrenze. Wenn Sie jedoch häufig auf unbefestigten Wegen unterwegs sind, sollte der Druck nur leicht über dem Minimalwert liegen.

Rad wird aufgepumpt

Der ideale Reifendruck variiert, je nachdem, wo Sie Ihr Fahrrad nutzen wollen. Foto: milanmarkovic78 – 160228666 | stock.adobe.com

4. Die Bremsen kontrollieren

Funktionierende Bremsen sind sehr wichtig für die Sicherheit im Verkehr. Lassen sich Handbremsen zu leicht durchdrücken? Das können Sie entweder an den Rändelschrauben am Griff korrigieren, oder es liegt an den Bremskörpern. Je nachdem, ob ihr Fahrrad Felgenbremsen oder Scheibenbremsen besitzt, müssen Sie wie folgt vorgehen:

Felgenbremsen

Die Bremsklötze müssen auf der Felge aufliegen, wenn Sie die Bremshebel betätigen. Tun sie das nicht, dann sind die Bremsklötze zu stark abgenutzt. Auch, wenn die Querrillen nicht mehr erkennbar sind, müssen die Klötze ausgetauscht werden.

Scheibenbremsen

Für die Überprüfung der Scheibenbremsen müssen Sie die Verkleidung öffnen. Sind die Bremsscheiben zu dünn, sind sie ebenfalls abgenutzt und müssen gewechselt werden.

5. Die Schrauben am Fahrrad festziehen

Bringen Sie bei Bedarf den Sattel auf die richtige Höhe, und stellen Sie den Lenker für Sie richtig ein. Anschließend ziehen Sie alle Schraubverbindungen fest. Bei Leichtbau- oder Carbonteilen empfiehlt sich ein Drehmomentschlüssel.

Kleinere Reparaturen können Sie ganz einfach selbst durchführen. Foto: Pixel-Shot – 269989472 | stock.adobe.com

6. Das Schaltwerk überprüfen

Streift die Kette am Umwerfer oder wechselt Ihr Fahrrad ungewollt in andere Gänge? Dann sollten Sie die sogenannte Zugspannschraube nachjustieren. Sie befindet Sich dort, wo das Kabel in die Schaltung mündet. Drehen Sie Schraube in kleinen Schritten im Uhrzeigersinn und die Gangschaltung sollte wieder frühlingsfit sein. Falls nicht, sollten Sie auf jeden Fall ein Fachgeschäft aufsuchen, das ihr Fahrrad professionell repariert.

7. Die Beleuchtung kontrollieren

Stellen Sie sicher, dass die Beleuchtung Ihres Fahrrads vorne sowie hinten funktioniert. Falls nicht, überprüfen Sie die Kabel und Steckverbindungen. Bei Akkus ist es wichtig, spätestens am Abend vor dem Ausflug zu überprüfen, ob er voll aufgeladen ist.
Denn gerade bei Fahrradfahrern ist es besonders wichtig, dass Sie von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden.

Fazit: Das Fahrrad selbst frühlingsfit machen, ist ganz einfach! Der ADFC empfiehlt jedoch, das Fahrrad regelmäßig von Fachleuten überprüfen zu lassen. Ein neues Rad teuer kaufen ist nicht immer nötig.

Lust auf eine Fahrradtour? Unsere Autorin Uta Preuße hat die Insel Sylt mit dem e-Bike erkundet. Hier lesen!