Auf dem Altstadt-Weihnachtsmarkt in Hannover gibt es ein breites, kulinarisches Angebot. Die Empfehlungen der Nobilis.

Text: Fenja Basen Fotos: Jule Trödel

Saftig und warm: Slow-Food für Genießer

Sie setzt auf Slow-Food inmitten des weitgehend Fast-Food geprägten Weihnachtsmarktes: Karoliina Schwab stammt aus Finnland und bringt seit Jahren mit Kalevala Spirit ein Stück ihrer Heimat auf den Weihnachtsmarkt in Hannover. Ihr Flammlachs ist vor allem Eines: Echtes Slow-Food in traditionell finnischer Zubereitungsart.

„Wichtig ist, dass man für die Zubereitung der Lachsfilets Flammlachsbretter mit Holznägeln benutzt. Nicht die mit dem Metallgerüst“, erklärt Schwab. „Meistens lassen sich die Bretter nicht umdrehen, aber der Lachs muss am Feuer gewendet werden, damit er gleichmäßig garen kann. Und Metall wird natürlich ziemlich heiß am Feuer, weshalb der Lachs dann an manchen Stellen unterschiedlich durch ist“, führt sie weiter aus. Diese Zubereitungsart unterscheidet den Flammlachs von Karoliina Schwab von anderen. Dazu gehört auch, dass der Flammlachs lange genug gart: mindestens eine Stunde, besser sind zwei Stunden, in denen der Fisch am Feuer gart. „Guter Flammlachs benötigt seine Zeit“, so Inhaberin Schwab. Alle 20 Minuten wendet man den zuvor marinierte Lachs über einem Feuer, damit alle Stellen gleichmäßig gegart werden. Das Geheimnis des von Schwab genannten Zaubertrank: Salz. „Salz ist die wichtigste Zutat. Wir wollen den Lachsgeschmack nicht übertönen“, verrät sie. Nach Beendigung des Garvorgangs werden die Holznägel aus den Filets gezogen. Danach zieht man die Haut ab und anschließend kommen die Lachsfilets in einen Ofen, welcher die Delikatesse warm und saftig hält. Bei Bestellung wird dann ein Stück des Lachses in ein zuvor mit Coleslaw und Remoulade belegtes Brot (Roggenbrot oder Weizenbrot) gelegt und Voilá: Der finnische Flammlachs.

Tipp: Flammlachs
Stand: „Flammlachs“ im finnischen Dorf
Preis: 8,50 Euro

Weihnachtsmarkt in Hannover

Süß und fruchtig: Alkoholfreier Glögi auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover

Johannisbeeren, Blaubeeren und Krähenbeeren: Der alkoholfreie Glögi im finnischen Dorf sticht mit seinem süß-fruchtigen Geschmack auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover heraus. Grund ist seine traditionelle Herstellung im Mönchskloster in Valamo, Finnland. Dafür gibt das Team um Karoliina Schwab das geheime Familienrezept an die Mönche weiter. Die bereiten das Heißgetränk dann nach jahrhundertalter Tradition extra für den Weihnachtsmarktverkauf zu. Angekommen in Hannover wärmt das leckere Getränk Leib und Seele.

Tipp: Alkoholfreier Glögi
Stand: „Glögi“ im finnischen Dorf
Preis: 4,00 Euro

Der Glögi-Stand im finnischen Dorf

Frisch und gesund: Schafskäse im Brot

Gesund und lecker: der heiße Schafskäse im Fladenbrot zählt zu einem echten Klassiker auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt. Besonders lecker schmeckt er beim Stand „Heißer Schafskäse“. Warum man ihn probieren sollte? Weil es mit Tomate, Gurke, Zwiebel, Peperoni und Krautsalat belegt ist und daher ein wenig frischer daherkommt als andere Gerichte. Der Schafkäse wird zuvor mit einer Marinade aus buntem Pfeffer und Paprikapulver bestrichen. Danach geht es ab in das Fladenbrot und anschließend grillt man alles knapp zwei Minuten. „Das ist der wichtigste Schritt. Nach dem Grillvorgang ist der Schafskäse nicht nur schön warm, sondern auch perfekt cremig“, verrät Standmitarbeiter Niklas. Das mache den Schafskäse zu etwas ganz besonderem.

Tipp: Heißer Schafskäse
Stand: „Heißer Schafskäse“ am Eingang des Weihnachtsmarktes
Preis: 6,90 Euro (ohne Soße) oder 7,40 Euro (mit Soße)

Mitarbeiter Niklas B. präsentiert einen frisch zubereiteten „Heißen Schafskäse

Cremig mit Konditor Sahne: Der Spitzen-Kakao

Aber bitte mit Sahne! Dass der Kakao am Stand vom „Pfälzer Glühwein“ besonders lecker ist, dass die Haube hier echte Konditorsahne ist. „Bei den meisten Buden gibt es Kakao mit Sahne, aber bei uns ist Sahne echte Konditorsahne und keine Sprühsahne. Das schmeckt natürlich in Kombination mit dem Kakao ganz anders“, erklärt Teilinhaberin Renate Bötticher. Es sei das I-Tüpfelchen eines sonst so normalen Heißgetränkes. Die von vielen Menschen liebevoll genannte „Heiße Sünde“ gibt es an einigen Buden. Wer sich aber von der Sahne von Familie Bötticher selbst überzeugen möchte, der braucht nur in der Nähe der Marktkirche vorbeizuschauen, denn da befindet sich der Stand „Pfälzer Glühwein“.

Tipp: Konditor-Sahne-Kakao
Stand: „Pfälzer Glühwein“ an der Marktkirche
Preis: 4 Euro

Kartoffelig: Luxus-Pommes aus dem Mittelalter

Die Kartoffelspiralen sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch lecker. Sie verbinden saftige Kartoffeln mit knusprigem Teig. Während das Äußere damit an Pommes erinnert,  schmeckt das Innere nach einer weichen Salzkartoffel. Das zieht Fans auf dem Mittelaltermarkt an. Dort sieht man oft eine kleine Schlange vor dem Stand „Goldlocke“ stehen. Standmitarbeiterin Martina Kallenberg erklärt, wie aus einer großen Kartoffel am Ende die fertige Spirale wird: „Zunächst wird die ganze Kartoffel aufgespießt und in eine Spirale geschnitten. Danach wird sie auf ein Holzstäbchen gesteckt und zurecht gezogen. Anschließend tunken wir sie in den vorbereiteten Teig und frittieren sie.“ Das Geheimnis ihrer Kartoffelspirale sei der Teigmantel – und dieser ist wirklich geheim, denn das Rezept dafür wird nicht weitergegeben. Gewürzt wird schließlich je nach Vorliebe mit Paprika, Majoran, Chili, Salz oder Knoblauch.

Tipp: Kartoffelspirale
Stand: „Goldlocke“ im Mittelalterdorf
Preis: 5 Euro

Standmitarbeiterin Martina Kallenberg freut sich auf zahlreiche Gäste. Die fertigen Kartoffelspiralen können sich sehen lassen.

Intensiv und süffig: Zuckerarmer, leckerer Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover

Weniger Zucker, mehr Alkoholanteil und von zwei Winzern zubereitet: Das ist das Glühwein-Versprechen, welches der Kupferkessel seinen Gästen gibt. An der Bude von Thomas Vogt kommt man meistens nicht vorbei. Es ist nicht nur das lockende Angebot von dampfenden Glühwein, welcher bei Vogt in den Sorten Rot, Weiß und Rose zu bekommen ist, sondern vor allem der einzigartige Geschmack seiner Glühweine scheint die Gäste anzuziehen. „Unser Glühwein ist durch seine Winzer-Herkunft besonders intensiv“, erzählt er Vogt. Außerdem habe er den einen oder anderen Prozentpunkt mehr, als die Stände der Umgebung.

Tipp: Glühwein
Stand: „Kupferkessel“ Ecke Knochenhauer/Marktstraße
Preis: 4 Euro

Bei ihm gibt es leckeren Glühwein: Besitzer des Kupferkessels Thomas Vogt

Hier stellen wir Ihnen die schönsten Weihnachtsmärkte der Region Hannover vor!

Die schönsten Weihnachtsmärkte