ab 18.02.2017

El Lissitzky Das Kabinett der Abstrakten

Sprengel Museum Hannover

story

In Kooperation und mit großzügiger Unterstützung von E)(POMONDO by Holtmann, Hannover-Langenhagen wird El Lissitzkys Kabinett der Abstrakten, 1927, einem Meilenstein der modernen Kunst- und Museumsgeschichte mit zudem lokalem Bezug, neu rekonstruiert und ab dem 18. Februar der Öffentlichkeit dauerhaft wieder zugänglich sein und ermöglicht eine stärkere Annäherung an das historische Original.

Der russische Künstler El Lissitzky (1890-1941) gehört zu den Protagonisten der internationalen Avantgarde. Sein Ziel war es, die abstrakten Formen der Kunst in Einklang mit den Anforderungen des modernen Lebens in der Industriegesellschaft zu bringen. Dementsprechend betätigte er sich nach 1925 vor allem als Architekt, Fotograf und Typograf. Der Stadt Hannover war er seit 1922 besonders verbunden, da er hier, insbesondere im Umfeld der Kestnergesellschaft,auf ein großes Interesse an seiner Kunst traf und seine spätere Frau Sophie Küppers kennenlernte.

 - Baustelle der neuen Rekonstruktion 2017
Baustelle der neuen Rekonstruktion 2017
Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover

Im Auftrag von Alexander Dorner, Direktor der Landesgalerie im Niedersächsichen Provinzialmuseum, entwarf Lissitzky 1926 einen neuartigen „Demonstrationsraum“ für zeitgenössische Kunst, der schon damals als zukunftsweisendes Experiment überregionale Beachtung fand und bis heute im Fokus kunsthistorischer Forschung steht.

Die Einrichtung des Raums stand in Zusammenhang mit Dorners Bestrebungen, das Museum zu reformieren und damit zur Hebung der Bildung breiter Bevölkerungsschichten beizutragen. Das moderne Ausstellungsdisplay mit Lamellenwänden und beweglichen Elementen wie drehbaren Vitrinen und Schieberahmen zielte auf die Aktivierung des Besuchers und die Reflektion seiner Wahrnehmung.

 - Rekonstruktion von El Lissitzkys Kabinett der Abstrakten aus dem Jahr 1968, 2008 im Sprengel Museum Hannover
Rekonstruktion von El Lissitzkys Kabinett der Abstrakten aus dem Jahr 1968, 2008 im Sprengel Museum Hannover
Herling/ Gwose, Sprengel Museum Hannover

Ausgestellt waren Werke von Kubisten und Konstruktivisten wie Pablo Picasso, Albert Gleizes, Alexander Archipenko, Piet Mondrian, El Lissitzky und László Moholy-Nagy.Der Originalraum wurde im Zuge der Zerschlagung der Moderne durch die Nationalsozialisten 1937 demontiert, jedoch in Erinnerung an Dorners Wirken 1968 im Niedersächsischen Landesmuseum rekonstruiert und 1979 schließlich in das Sprengel Museum Hannover überführt. Obwohl sich die modernen Rekonstruktionen den Originalräumen nur annähern können, ermöglichen sie ein unmittelbares Erleben künstlerischer Utopien der internationalen Avantgarde in Hannover in den 1920er-Jahren.

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10 - 20 Uhr
Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Sprengelmuseum
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover