10.02.2017

Effi Briest

story

Effi, 17, mehr Kind noch als junge Frau, heiratet den mehr als doppelt so alten Baron von Innstetten, den ehemaligen Verehrer ihrer Mutter.

Sie zieht mit ihm in ein einsames Haus, das vor schweren Erinnerungen ächzt. Der prinzipientreue und karrierebewusste Gatte bleibt ihr fremd. Die Folge: Ein Seitensprung - keine Liebe, aber eine Aufhellung in ihrem einsamen jungen Leben. Nach Jahren kommt die kurze Affäre ans Licht. Mehr von den gesellschaftlichen Konventionen gedrängt als aus eigenem Willen fordert Innstetten den Mann, für den Effi längst nichts mehr empfindet, zum Duell auf.

Effi Briest, Theater Hildesheim
Effi Briest, Theater Hildesheim - Effi (Lilli Meinhardt) und Crampas (Moritz Nikolaus 
Koch)
Effi (Lilli Meinhardt) und Crampas (Moritz Nikolaus Koch)
v.Traubenberg

Wie ein roter Faden durchläuft die Frage nach Schuld und Verantwortung Fontanes Geschichte mit Figuren von bestürzender Aktualität. Theodor Fontanes 1895 entstandener Roman „Effi Briest“ gilt als Klassiker des poetischen Realismus. Für das Theater für Niedersachsen hat die Autorin und Regisseurin Petra Wüllenweber, die in der Spielzeit 2014/15 das Schauspiel „Restglühen“ für das TfN schrieb und inszenierte, eine eigene Bühnenfassung des Stücks erstellt. „Die Geschichte hat Fontane vor dem Hintergrund einer untergehenden Welt der preußischenGesellschaft geschrieben. Mich interessiert zu untersuchen, wieweit sich diese Regeln, Rituale und Ehrvorstellungen erledigt haben oder welche Verhaltensmuster noch heute aktuell sind“, sagt Wüllenweber über ihre Herangehensweise an die Inszenierung. Fontanes „Effi Briest“ gilt als Vorläufer des deutschen Gesellschaftsromans und damit auch als Wegbereiter für Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“, der in einer Theaterfassung von John von Düffel in der vergangenen Spielzeit auf der Bühne des TfN zu sehen war.